EU schlägt ETS-Anpassung bis 2040 vor, Asien verknüpft Politik mit Emissionszertifikaten – Juli 2026
Der Juli brachte eine Reihe regulatorischer Entwicklungen auf den Märkten für CO2-Emissionen, erneuerbare Energien und saubere Kraftstoffe mit sich, wobei Europa das größte Maßnahmenpaket des Monats vorlegte. Der Vorschlag der Europäischen Kommission vom 17. Juli zur Verlängerung des EU-Emissionshandelssystems bis 2040 sorgte für Schlagzeilen. Er lockert die Obergrenzen und die Zuteilung für die Zeit nach 2030, erweitert den Geltungsbereich auf weitere Sektoren und legt einen stufenweisen Zeitplan für die Integration von CORSIA, internationale Emissionszertifikate und die EU-zentralisierte Beschaffung von Maßnahmen zur Kohlenstoffentfernung fest. Außerdem sieht er neue finanzielle Unterstützung für nachhaltige Kraftstoffe im Luft- und Seeverkehr vor. Spanien bestätigte seine Umsetzung von RED III, und das Europäische Parlament wies einen Vorschlag der Kommission zurück, der Biokraftstoffe auf Sojabasis eingeschränkt hätte. Im asiatisch-pazifischen Raum verknüpften China und Singapur Compliance- und Lizenzierungspolitik mit Marktinstrumenten. Chinas neues Programm für CO2-neutrale Fabriken verbindet die Zertifizierung von Fertigungsstätten und Rechenzentren mit der Nutzung erneuerbarer Energien und von Emissionszertifikaten. Singapurs Entwurf zum Gesetz über digitale Infrastruktur würde erlauben, die Abgabe von Emissionszertifikaten bei der Lizenzierung von Rechenzentren zu berücksichtigen. In Nord- und Südamerika hat Mexiko ein neues Registrierungsverfahren für CELs eingeführt, und weltweit hat das GHG Protocol neue Leitlinien zur Bilanzierung im Landsektor veröffentlicht, die die Nachfrage der Unternehmen voraussichtlich in Richtung von auf Abfall basierenden Biokraftstoff-Rohstoffen lenken werden.
Gültig ab: 24. Juli 2026.
Global
Leitlinien des GHG Protocol zum Landsektor und zum Abbau von Treibhausgasen: neuer Standard signalisiert eine Verlagerung hin zu abfallbasierten Rohstoffen
Was ist passiert
Das GHG Protocol hat Leitlinien zur CO2-Bilanzierung für seinen „Land Sector and Removals Standard“ (LSRS) veröffentlicht, in denen die Anforderungen an Unternehmen zur Berichterstattung über Emissionen aus Aktivitäten im Landsektor, einschließlich der Produktion von pflanzenbasierten Biokraftstoffen, detailliert dargelegt sind. Der Standard ist derzeit freiwillig, soll jedoch voraussichtlich schrittweise in die Offenlegungsvorschriften für Unternehmen in Rechtsräumen wie Kalifornien und der EU aufgenommen werden, die von den betroffenen Unternehmen die Einhaltung des GHG Protocol verlangen.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Es wird erwartet, dass sich durch den LSRS der Aufwand für die Offenlegung von Emissionen bei Biokraftstoffen auf pflanzlicher Basis erhöhen wird, was sich auf die freiwillige Unternehmensnachfrage nach abfallbasierten Rohstoffen auswirken und Biomethan, nachhaltigen Flugkraftstoff sowie TERCs betreffen könnte. Altöle, einschließlich gebrauchter Speiseöle und Talg, bergen kein Risiko einer Landnutzungsänderung.
Inkrafttreten
Derzeit freiwillig – die Aufnahme in die Offenlegungsvorschriften für Unternehmen in Rechtsräumen wie Kalifornien und der EU wird ab 2027 erwartet.
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GHG Protocol: Leitfaden für den Landsektor und den Abbau von Treibhausgasen
Asien-Pazifik
Chinas nationaler Entwicklungsplan für CO2-neutrale Fabriken: Das MIIT-Programm deutet auf steigende Nachfrage nach GECs, Biomethan und Emissionszertifikaten hin
Was ist passiert
Am 22. Juli startete das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) ein nationales Programm zur Entwicklung CO2-neutraler Fabriken und Rechenzentren. Berechtigte Antragsteller müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, darunter einen Anteil an erneuerbaren Energien am Energieverbrauch und einen Schwellenwert für die Emissionsintensität. Außerdem müssen sie einen glaubwürdigen Plan für nahezu CO2-neutrale betriebliche Emissionen durch technologische Modernisierungen, Energieumstellung und Marktinstrumente vorlegen. Die Ziele müssen spätestens bis 2030 erreicht sein. Das MIIT wird die endgültige Liste der qualifizierten Fabriken und Einrichtungen bestätigen. Der Fortschritt wird jährlich bewertet.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Das Programm signalisiert eine zunehmende nationale Unterstützung für GECs, Biomethan, Emissionszertifikate und Dienstleistungen im Bereich des CO2-Managements mit Blick auf das Jahr 2030. Verifizierte CO2-neutrale Fabriken müssen einen Anteil an erneuerbarer Energie von mindestens 95 % aufweisen, der Strom, Wärme und Kühlung sowie Primärenergie wie Gas und Kraftstoffe abdeckt. Dieser strenge Schwellenwert könnte sich auf die Nachfrage nach GECs, Biomethanzertifikaten und grünen Kraftstoffen auswirken. CO2-Ausgleichszertifikate werden für die Emissionskompensation anerkannt, einschließlich ITMOs und Chinas nationaler freiwilliger Emissionszertifikate (China Certified Emission Reductions, CCERs), was eine mögliche Chance für Emissionszertifikate eröffnet. Zu den betroffenen Sektoren gehören Rechenzentren und das verarbeitende Gewerbe, darunter die Automobil-, Batterie-, Photovoltaik-, Elektronik- und Maschinenbauindustrie.
Inkrafttreten
Ziele müssen spätestens bis 2030 erreicht werden – das MIIT bestätigt die förderfähigen Einrichtungen und führt eine jährliche Bewertung der Fortschritte durch.
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Gesetzentwurf zur digitalen Infrastruktur in Singapur: Zertifikate könnten bei der Lizenzierung berücksichtigt werden
Was ist passiert
Am 1. Juli veröffentlichte Singapurs Ministerium für digitale Entwicklung und Information (MDDI) den Gesetzentwurf zur digitalen Infrastruktur, der Anforderungen an die ökologische Nachhaltigkeit von Rechenzentren enthält und auf die Einführung sowie Anhebung grundlegender Nachhaltigkeitsstandards in der gesamten Branche abzielt.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Der Gesetzentwurf würde es der Lizenzbehörde erlauben zu prüfen, ob Emissionen aus dem Einsatz von Strom, der nicht CO2-arm ist, durch zulässige internationale Emissionszertifikate ausgeglichen werden. Lizenzauflagen könnten zudem den Erwerb und die Abgabe solcher Zertifikate verlangen. Bei Inkrafttreten könnte dadurch bei Betreibern von Rechenzentren in Singapur eine neue, lizenzbezogene Nachfrage nach Emissionszertifikaten entstehen.
Inkrafttreten
Gesetzentwurf in der öffentlichen Konsultation – das Inkrafttreten erfolgt nach der endgültigen Verabschiedung.
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Öffentliche Konsultation des MDDI zum Gesetz über die digitale Infrastruktur
Europa
Europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung: Kommission verabschiedet überarbeiteten, vereinfachten Rahmen
Was ist passiert
Die Europäische Kommission hat die überarbeiteten Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) verabschiedet, darunter einen neuen freiwilligen Berichtsstandard für kleinere Unternehmen. Ziel der Überarbeitung ist es, den Verwaltungsaufwand für EU-Unternehmen zu verringern und gleichzeitig eine hohe Qualität der Offenlegungen zu gewährleisten. Beide delegierten Rechtsakte, die ESRS-Überarbeitung und der freiwillige Standard für die Berichterstattung, werden an das Europäische Parlament und den Rat der EU übermittelt.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Dies bestätigt den bereits durch das Omnibus-Gesetz signalisierten Kurs: Für EU-Unternehmen werden Berichterstattungspflichten und Schwellenwerte gesenkt. Bestehende freiwillige CSR-Rahmenwerke, die nun stärker an die ESRS angepasst sind, dürften weiterhin dominieren.
Inkrafttreten
Vorbehaltlich einer zweimonatigen Prüfungsfrist, die um weitere zwei Monate verlängert werden kann – die Verabschiedung und das Inkrafttreten werden voraussichtlich ab 2027 erfolgen.
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Europäische Kommission: Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen
Spanien setzt RED III um: neues Königliches Dekret schafft Anreize für Biomethan
Was ist passiert
Am 21. Juli verabschiedete das spanische Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen (MITECO) ein Königliches Dekret zur Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie III (RED III) der EU. Die Verordnung schafft erstmals einen umfassenden und stabilen Rahmen für erneuerbare Kraftstoffe bis zum Jahr 2040, einschließlich Anreizen für Biomethan.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Das königliche Dekret bietet Biomethanproduzenten in Spanien bis zum Jahr 2040 einen stabilen, finanziell tragfähigen Erlösmechanismus und ersetzt damit die bisherige Ad-hoc-Förderung. An spanisches Biomethan gekoppelte Biotickets können bezogen werden, um zur Erfüllung spanischer und darüber hinausgehender EU-Verpflichtungen für erneuerbare Kraftstoffe im Verkehrssektor beizutragen.
Inkrafttreten
Spanien. königlicher Erlass vom 21. Juli 2026 – der Rahmen gilt bis 2040.
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Überarbeitung des EU-EHS: Die Europäische Kommission schlägt eine Erweiterung der Obergrenze und eine umfassendere Anerkennung von Instrumenten bis 2040 vor
Was ist passiert
Am 17. Juli schlug die Europäische Kommission ein Maßnahmenpaket zur Änderung des EU-Emissionshandelssystems für den Zeitraum von 2030 bis 2040 vor. Der Vorschlag sieht eine Lockerung der Obergrenze, des linearen Reduktionsfaktors und des Verfahrens zur Reduzierung der kostenlosen Zuteilungen vor und passt die Parameter der Marktstabilitätsreserve an. Gleichzeitig wird die kostenlose Zuteilung an Investitionen der Unternehmen in die Dekarbonisierung geknüpft. Der Geltungsbereich wird erweitert und umfasst nun auch neue Auslandsflüge von Fluggesellschaften aus dem EWR, kleine Seeschiffe sowie Müllverbrennungsanlagen. Derselbe Vorschlag würde CORSIA für den Luftverkehr von 2027 bis 2035 verbindlich vorschreiben. Dabei sollen Übergangsregelungen gelten, um doppelte Verpflichtungen zwischen dem EU-Emissionshandelssystem und CORSIA zu vermeiden, ab 2036 internationale Emissionszertifikate über eine EU-zentralisierte Beschaffung in das EU-EHS einzuführen, zusätzliche finanzielle Unterstützung für nachhaltige Flug- und Schiffskraftstoffe, einschließlich E-Fuels und in der EU hergestellter Kraftstoffe, bereitzustellen sowie ab 2031 die Möglichkeit zur Nutzung von Kohlenstoffentfernungen, einschließlich BECCS und DACCS, die gemäß der Verordnung über Kohlenstoffentfernung und Kohlenstoff-Landwirtschaft zertifiziert sind und ihren Standort in Europa haben, ebenfalls über eine EU-zentralisierte Beschaffung zuzulassen. Eine endgültige Vereinbarung wird für das 1. Quartal 2027 erwartet.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Die vorgeschlagene Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems würde den regulatorischen Geltungsbereich auf die Bereiche Luftfahrt, Seeverkehr, Abfallwirtschaft und Industrie ausweiten und gleichzeitig die Förderung für nachhaltige Kraftstoffe sowie die industrielle Dekarbonisierung erhöhen. Für Unternehmen in den betroffenen Branchen werden die wesentlichen Auswirkungen voraussichtlich komplexere Compliance-Anforderungen, eine engere Verknüpfung zwischen Investitionen und CO2-Kosten sowie neue Vorgaben hinsichtlich der Zulässigkeit von Kraftstoffen, der Rückverfolgbarkeit und der Wechselwirkungen mit internationalen Systemen umfassen. Da der Vorschlag noch Gegenstand von Verhandlungen ist, sollten Unternehmen potenzielle betriebliche und finanzielle Auswirkungen bewerten und gleichzeitig die endgültigen Regelungen aufmerksam verfolgen.
Inkrafttreten
Die vorgeschlagenen Änderungen gelten ab 2030 für die Obergrenze und die Zuteilungsmethode, ab 2027 für CORSIA, ab 2031 für die Kohlenstoffentfernungen und ab 2036 für internationale Zertifikate. Eine endgültige Einigung wird für das erste Quartal 2027 erwartet.
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Fragen und Antworten der Europäischen Kommission zum Vorschlag für das EU-EHS
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