Warum Scope 3 oft der Bremsklotz ist – und wie Sie endlich ins Handeln kommen

Vielleicht hat Ihr Unternehmen bereits ambitionierte Klimaziele formuliert und erste Fortschritte bei Scope 1 und 2 erzielt. Doch wenn es um Scope 3 geht, stockt der Prozess – wie bei vielen anderen auch. 

Eine von Ramboll im Auftrag der Voluntary Carbon Markets Integrity Initiative (VCMI) durchgeführte Studie zeigt: Über die Hälfte der Unternehmen ist beim Thema Scope 3 nicht auf Kurs. Für Organisationen mit genehmigten SBTi-Zielen kann das weitreichende Folgen haben – bis hin zum Verlust der Zielvalidierung. 

Doch woran scheitert es? Die Forschung identifiziert fünf häufige Stolpersteine – und wir zeigen Ihnen, wie Sie sie umgehen.

  1. Die meisten Scope-3-Emissionen entstehen außerhalb Ihres direkten Einflussbereichs – in vor- und nachgelagerten Prozessen. Besonders in tieferen Stufen der Lieferkette fehlt oft die Möglichkeit, aktiv auf Veränderungen einzuwirken.Mangel an zuverläsOhne standardisierte, überprüfbare Daten bleibt die Emissionsmessung ein Ratespiel. Viele Unternehmen tappen im Dunkeln, weil ihre Lieferanten keine belastbaren Informationen liefern. 

  2. Hohe Kosten für nachhaltige Alternativen Dekarbonisierte Materialien oder Dienstleistungen sind häufig teurer – ob durch Investitionskosten oder laufende Ausgaben. Das schreckt viele ab. 

  3. Scope-3-Emissionen fallen in den Verantwortungsbereich mehrerer Abteilungen. Ohne klare Zuständigkeiten entstehen Reibungsverluste und Stillstand. 

  4. Komplexität der Standards Frameworks wie das Greenhouse Gas Protocol oder die SBTi sind wertvoll – aber auch anspruchsvoll. Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsexpertise tun sich oft schwer, diese effektiv zu nutzen. 

Viele Unternehmen schaffen es nicht, von der Strategie in die Umsetzung zu kommen. Fehlende Daten, geringe Kapazitäten und mangelnde Vorbilder aus der Praxis führen zu Frust – obwohl Scope 3 oft über 70 % der Gesamtemissionen ausmacht. 

Hinzu kommen steigende Erwartungen von Regulierungsbehörden und Stakeholdern. Neue Vorschriften wie die CSRD oder der ESRS E1 drängen zur Offenlegung – auch wenn sie bislang nicht verpflichtend ist. Wer nicht liefert, riskiert Greenwashing-Vorwürfe oder fällt durch Greenhushing negativ auf. 

Und selbst wenn Lieferanten willig sind, fehlt es oft an regionalen Angeboten für nachhaltige Lösungen – was die Transformation zusätzlich erschwert. 

Jetzt, da Sie wissen, was den Fortschritt bei Scope 3 behindert, hier einige praktische und effektive Schritte, um voranzukommen: 

  1. Lieferanten einbinden – gezielt und partnerschaftlich 
    Fokussieren Sie sich auf Lieferanten, die offen für Dekarbonisierung sind – und bauen Sie strategische Partnerschaften auf, die Wirkung zeigen. 

  2. Klein anfangen: Pilotprojekte starten 
    Testen Sie Methoden zur Datenerfassung und Reduktion an einer Lieferantengruppe oder Produktkategorie. Schnell lernen – und skalieren. 

  3. Mit verfügbaren Daten arbeiten – und laufend verbessern 
    Nutzen Sie zunächst Branchendurchschnitte oder Proxy-Daten, aber entwickeln Sie Ihre Datenstrategie kontinuierlich weiter. 

  4. Scope 3 fest in Beschaffung integrieren 
    Verankern Sie Emissionskriterien in Ihren Ausschreibungen und Verträgen. So schaffen Sie echte Verantwortlichkeit und langfristige Wirksamkeit. 

  5. Lieferanten befähigen – durch Einfluss und Anreize 
    Nutzen Sie Ihre Einkaufsmacht strategisch: klare Erwartungen, gemeinsame Investitionen oder Shared-Value-Modelle sorgen für Fortschritt auf beiden Seiten. 

Frühzeitiges Handeln verschafft Ihnen nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch strategische Vorteile: Sie gewinnen Zeit, um Prozesse zu erproben, interne Kompetenzen aufzubauen und mit den richtigen Partnern voranzugehen.

Als erfahrener Dekarbonisierungspartner hilft die ACT Group Ihnen, Klarheit in Ihre Scope-3-Strategie zu bringen. Gemeinsam identifizieren wir relevante Kategorien, bewerten Emissions-Hotspots und entwickeln Maßnahmen, die zu Ihren SBTi-Zielen und Ihrer Geschäftsstrategie passen. 

Unser Angebot umfasst: 

  • Programme zur Lieferanteneinbindung 

  • Strategien für CO₂-arme Beschaffung 

  • Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Logistik 

  • Zugang zu erneuerbaren Rohstoffen und digitalen Lösungen  

  • Internationale Zertifizierungen für nachhaltige Beschaffung 

Jetzt ist der Moment, aktiv zu werden. Lassen Sie uns gemeinsam Scope 3 entwirren – und Ihren Klimazielen näherkommen.